Über uns

„Die Menschen können nicht sagen, wie sich eine Sache zugetragen, sondern nur wie sie meinen, daß sie sich zugetragen hätte.“[1]

Dies notierte Georg Christoph Lichtenberg 1772/73 in einem seiner Sudelbücher, die zu seinen Lebzeiten nie veröffentlicht worden sind, für die ihn aber die Nachwelt bis heute schätzt. Wir können nicht sagen, wie Lichtenberg wirklich war, aber anhand der verschiedenen Orte seines Wirkens in Göttingen wollen wir die Konturen der historischen Figur Lichtenberg herausarbeiten. Geboren bei Darmstadt, studierte, lebte und lehrte der Physiker, der Professor und Unterhaltungskünstler, der Literat und Aphoristiker von 1763 bis zu seinem Tod 1799 in Göttingen.

In einem Projektseminar des Sommersemesters 2016 haben sich Studierende des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte im B.A.-Studiengang Geschichte mit Lichtenberg im Kontext der Aufklärung in Göttingen beschäftigt. Die Göttinger Universität wurde 1737 vom britischen König Georg II., der in Personalunion der Kurfürst Georg August von Hannover war, als Reformuniversität gegründet. Im Seminar begaben wir uns in den Mikrokosmos der Göttinger Gelehrtenwelt des 18. Jahrhunderts, die gut erforscht ist, was den Quellen- und Literaturangaben in den Texten zu entnehmen ist.

Den Anlass für unser Seminar bietet der bevorstehende 275. Geburtstag Lichtenbergs, der in Göttingen u.a. mit einer Ausstellung in der Universitätsbibliothek[2] und einem eigens dafür geschriebenen Theaterstück begangen wird: „Der größte Zwerg“.[3]

Wir möchten mit unserer Seite Interesse wecken an den vielen Facetten, die Georg Christoph Lichtenberg auszeichnen. Er hat Bedeutendes für die Naturwissenschaften geleistet und kam dabei zu so bahnbrechenden Erkenntnissen wie: „Wenn man die Kur in Regenwasser trinken will, so muß man nach Göttingen kommen, da hat man es allezeit frisch“[4], die bis heute gültig sind. Wir entdecken zugleich den großen Menschenkenner, der er war, ganz den aufklärerischen Maximen von Vernunft und Empirie verpflichtet, wenn er etwa schreibt: „Lernen sich selbst zu prüfen und zu belehren, hat so viele Bequemlichkeit und ist nicht so gefährlich als sich selbst zu rasieren, jedermann sollte es in einem gewissen Alter lernen, aus Furcht irgend einmal der Raub eines übelgeführten Schermessers zu werden.“[5] Und wir sehen den empfindsamen, verletzlichen, kleinen Mann – er war aufgrund einer Krankheit nur ca. 1,50 m groß-, der in seinen privaten Aufzeichnungen notierte: „Es tun mir viele Sachen weh, die andern nur leid tun.“[6]

Unsere Texte basieren auf zahlreichen Arbeiten anderer Forscher/innen der Universität, der Lichtenberg-Gesellschaft, des Städtischen Museums und Stadtarchivs, des Geschichtsvereins und der Geschichtswerkstatt, die in den einzelnen Beiträgen zitiert und belegt sind. Wir sehen Lichtenbergs Orte als Form des Wissenstransfers und wollen ältere Forschungen in ein neues interaktives Medium übersetzen.

Wir danken der Universität, besonders der Philosophischen Fakultät, die mit ihren Studienqualitätsmitteln die Gestaltung dieser Homepage möglich gemacht hat, sowie dem Stadtmuseum, dem Stadtarchiv und der Universitätspressestelle für ihre Unterstützung.

Mitgearbeitet haben (in alphabetischer Reihenfolge): Dr. Frauke Geyken, Mahid Hossain, Wiebke Hüsemann, Miriam Ristau, Dr. Maria Rhode.


[1] http://www.lichtenberg-gesellschaft.de/leben/l_wirk_sudel_02.html, 25. 10. 2016

[2] https://www.sub.uni-goettingen.de/sub-aktuell/einzelansicht/ausstellungseroeffnung-dingedenkenlichtenberg/, 25. 10. 2016

[3] http://www.junges-theater.de/content/index.php?id=545, 25. 10. 2016

[4] http://gutenberg.spiegel.de/buch/-6445/3, 25. 10. 2016

[5] http://gutenberg.spiegel.de/buch/-6445/3, 25. 10. 2016

[6] http://www.lichtenberg-gesellschaft.de/leben/l_wirk_sudel_02.html, 25. 10. 2016

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